So ist unser Ehrenamt

Projekt: Mitarbeit bei der  TelefonSeelsorge

Das Ehrenamt in der TelefonSeelsorge ist zeitlich überschaubar: nach der einjährigen Ausbildung verpflichten sich die ehrenamtlich Mitarbeitenden zu drei Jahren Mitarbeit, 12 Stunden im Monat und verpflichtender Supervision.

 Die meisten Mitarbeitenden engagieren sich viele Jahre bei der Telefonseelsorge. Gründe dafür können sein:

Freude am Entdecken von Neuem und sich ausprobieren:

Während der einjährigen Ausbildung, bei regelmäßigen Supervisionen und Fortbildungen lernen sich die Ehrenamtlichen neu und anders kennen. In diesen geschützten Räumen probieren sie ihre Fähigkeiten und Potentiale aus. „Ich habe mich verändert – ich wäre nicht die, die ich heute bin. Seit der Ausbildung gehe mit meiner Familie, mit Freunden und mit Leuten im Beruf anders um,“ so sagen es Ehrenamtliche immer wieder.

Durch die Gespräche am Telefon und bei der Chatberatung werden die Ehrenamtlichen immer wieder mit für sie „fremden Welten“ konfrontiert. „Ich wusste gar nicht, dass es das gibt, dass Menschen so leben“, sagen viele neue Mitarbeiter. Für viele verändert sich auch der Blick auf ihr eigenes Leben: „Wenn ich die schweren Situationen der Anrufer höre, werde ich dankbar für mein Leben“, höre ich immer wieder.

Sinn erleben und Bedeutung erfahren

Während der Gespräche am Telefon oder der Seelsorge im Chat erleben Ehrenamtliche immer wieder, dass ihr zuhören, Anteil nehmen, wertschätzen bei den Menschen wirken. Sie erleben, dass sich Menschen beruhigen, anders auf ihre Situation sehen und an ihre Ressourcen anknüpfen können. Sie erleben (nicht immer, aber häufig), dass das, was sie geben von den Hilfesuchenden angenommen wird.

Viele Ehrenamtliche engagieren sich, weil sie Gutes und Hilfreiches, das sie (auch in Krisenzeiten) in ihrem Leben erfahren haben, Menschen in schwierigen Situationen weiter geben wollen.

Gestalten können

Mitsprache-und Entscheidungsrechte sind in der Dienstordnung festgelegt. So können Ehrenamtliche in den verschiedenen Teams die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit zu einem großen Teil mitgestalten. Erfahrene Ehrenamtliche ermöglichen Auszubildenden durch Hospitationen erste Erfahrungen am Telefon zu machen.

Teil einer Gemeinschaft sein – bei der die einzelnen dasselbe Ziel haben

In der einjährigen Ausbildungsgruppe, den Supervisionsgruppen und Fortbildungen lernen sich die Ehrenamtlichen gut kennen und es wachsen Offenheit, Vertrauen und persönliche Anteilnahme, die  auch Ehrenamtliche durch Krisenzeiten tragen. Sie sind einander ein wichtiger Halt in den Wechselfällen des Lebens. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird durch Feiern und Wanderungen gestärkt.

Wertschätzung und Anerkennung

Durch die Anonymität der Mitarbeit kommt für die Ehrenamtlichen wenig Anerkennung „von außen“. Sie erleben „im Inneren“, dass die Stellenleitung sich Zeit nimmt für Gespräche, auch bei Krankheit und Krisen. Karten zu Geburtstagen, die offizielle Einführung der Neuen und die offizielle Verabschiedung derer, die die Mitarbeit beenden, werden als Zeichen der Wertschätzung erfahren. Auch transparente Strukturen der Mitarbeit (z.B. Rechte, Pflichten, Konflikt- und Beschwerdemanagement in der Dienstordnung) erfahren Ehrenamtliche als Wertschätzung ihres Engagements. Dazu kommen die Erstattung von Fahrtkosten zu Diensten und Supervisionen, sowie eine liebevolle und gute Ausstattung der Arbeitsräume mit guter Versorgung mit Getränken und Essbarem.

 Die genannten Faktoren tragen dazu bei, dass sich Frauen und Männer über viele Jahre bei uns engagieren und sich immer wieder neue Ehrenamtliche für die Arbeit finden lassen.

Geschenkte Zeit

Die ehrenamtlich Mitarbeitenden schenken ihre Zeit den Hilfesuchenden am Telefon und beim Chat. Diese Zeit muss mit Familien- und Berufsverpflichtungen, sowie anderen Ehrenämtern koordiniert werden.

Dazu hilft ein Online-Dienstplan, in den die Ehrenamtlichen selbst die Zeiten der Arbeit in der Telefonseelsorge eintragen können.

Ab September 2019 planen wir einen neuen Ausbildungskurs für Männer und Frauen, die ehrenamtlich in der Ökumenischen TelefonSeelsorge Untermain arbeiten möchten.  Informationen zur Mitarbeit gibt es unter www.ts-untermain.de oder unter 06021-325 365.